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- Wissenswertes über den Flughafen Schönefeld:
Der Flughafen Schönefeld wird von der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH (FBS) betrieben, die sich aus den Bundesländern Berlin und Brandenburg sowie der Bundesrepublik Deutschland zusammensetzt. Früher galt er aufgrund seiner Bedeutung als Basis von Charterflügen als „Ferien-Airport“, doch ist er heute mit dem allumfassenden Ausbau zum Berlin-Brandenburg-International auf dem besten Wege, ein international wichtiger Flughafen zu werden. Im Jahr 2008 wurden allein 6,6 Millionen Passagiere [1] abgefertigt, das ist ein enormes Wachstum gegenüber den Vorjahren.
Seit 1992 wird auch regelmäßig alle zwei Jahre die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) auf dem Flughafengelände durchgeführt.
Weiterhin dient der Flughafen der Allgemeinen Luftfahrt und beherbergt in der Nachbarschaft ein Simulatorzentrum der deutschen Fluglinie Lufthansa in der Piloten ausgebildet werden.
Der Flughafen verfügt über einen Fern-, Regional- und S-Bahnhof sowie über diverse Buslinien und kann über die Bundesautobahnen A 100 und A 113 leicht mit dem Auto erreicht werden. Neben den S-Bahnen S9 und S45 verkehrt auch der sogenannte „Airport Express“ mit den Linien RE7 und RB14 zweimal pro Stunde zum Berliner Hauptbahnhof. Der großangelegte Ausbau des Flughafens Schönefeld umfasst nicht nur den Bau eines neuen Terminals und weitere Landbahnen, sondern auch den Bau eines unterirdischen S- und Fernbahnhofes.
Die Passagierzahlen, die am Flughafen Berlin-Schönefeld abgefertigt werden, sind stark im Wachsen begriffen. Wurden im Jahr 2003 nur 1,7 Millionen Passagiere abgefertigt, waren es im Jahr 2005 schon knapp über fünf Millionen. Im Jahr 2006 überschritt der Flughafen dann die Sechs-Millionen-Marke.[2] Die mit Abstand größte Airline am Flughafen ist easyJet. Im Jahr 2005 beförderte sie 3,5 Millionen Passagiere von und nach Berlin. Auch Germanwings expandiert in Schönefeld immer weiter. Seit dem September 2007 gibt es etwa 20 Germanwingsflüge täglich. Auch gibt es Interkontinentalverbindungen wie beispielsweise nach Mombasa (Kenia), Damaskus und Aleppo (Arabische Republik Syrien).
Am 15. Oktober 1934 begann der Bau der Henschel-Flugzeugwerke (HFW) in Schönefeld, wo bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs über 14.000 Flugzeuge gebaut wurden. Für dieses Werk wurde auch eine erste Start- und Landebahn errichtet, womit der Grundstock für den Flughafen stand. Am 22. April 1945 wurde das HFW-Werk durch sowjetische Truppen besetzt. Nachdem diese die Betriebsanlagen für den Flugzeugbau demontiert oder gesprengt hatten, wurden hier bis 1947 Eisenbahnen repariert sowie Landmaschinen gebaut und instand gesetzt.
Im Jahr 1946 zogen die sowjetischen Luftstreitkräfte von Johannisthal nach Schönefeld um, als auch die russische Luftfahrtslinie Aeroflot den Flugverkehr aufnahm. 1947 ordnete die Sowjetische Militäradministration Deutschlands im SMAD-Befehl Nummer 93 den Aufbau eines zivilen Flughafens in Schönefeld an, sozusagen die Geburtsstunde des Flughafen Schönefelds.
Zwischen 1947 und 1990 wurde der Flughafen mehrmals ausgebaut und damit zu dem Zentralflughafen der DDR. Er galt als sogenanntes „Jugendobjekt“, was zusätzlich die Bedeutung für die DDR unterstrich. Durch die abseitige Lage außerhalb der Stadtgrenzen Berlins konnten in Schönefeld trotz der besonderen Stellung Berlins in dieser Zeit auch DDR-Fluglinien wie Interflug starten und landen. In den 1970er- und 1980er-Jahren ging ein großer Teil des Flugreiseverkehrs zwischen der Türkei und West-Berlin über den Zentralflughafen Berlin-Schönefeld, wie er damals hieß.
Wie viele andere Flughäfen auch, blieb auch der Flughafen Schönefeld nicht von Unfällen gefeit: Am 12. Dezember 1986 stürzte in Berlin-Bohnsdorf beim Anflug auf den Flughafen eine russische Aeroflot-Maschine vom Typ Tu-134 ab. 72 der 82 an Bord befindlichen Personen kamen dabei ums Leben. Bei dem missglückten Startabbruch einer IL-62 der DDR-Interflug-Gesellschaft am 17. Juni 1989 kamen 19 der 113 Insassen sowie ein Mensch am Boden ums Leben.
Mit der Wiedervereinigung Deutschlands verlor der Flughafen trotz weiterer Erweiterungen in den 1990er Jahren zunächst an Bedeutung, da etliche Fluggesellschaften ihre Verbindungen nach Berlin-Tegel verlagerten, einen weiteren sich nördlich von Berlin befindlichen Flughafen.
Bis ins Jahr 2003 flogen von Schönefeld in erster Linie Charterfluggesellschaften in die bekanntenFerienziele, daher auch sein Name als „Ferien-Airport“. Seit 2003 werden jedoch zunehmend Billigfluggesellschaften in Schönefeld angesiedelt: Ryanair übernahm mit der KLM-Tochter buzz auch die Strecke Schönefeld – London. Germanwings fliegt seit Herbst 2003 nicht mehr Tegel, sondern Schönefeld von verschiedenen internatioenalen Zielen aus an.
Zu den wenigen „klassischen“ Linienverbindungen vom Flughafen Schönefeld zählen Aeroflot nach Moskau und Rossiya (ehemals Pulkovo) nach St. Petersburg.
Seit dem 28. Mai 2004 benutzt easyJet den Flughafen als Basis. Derzeit sind hier acht Flugzeuge stationiert, wobei diese Zahl in kommenden Jahren auf zehn vergrößert werden soll. In Schönefeld nutzt easyJet das für sie eigens umgebaute Terminal B. Dadurch wurde Berlin-Schönefeld 2005 zur zweitgrößten easyJet-Basis in Europa nach London-Luton.
Am 11. März 2005 kündigte Germanwings an, ab Juni des Jahres Schönefeld als Basisflughafen für zunächst zwei Flugzeuge zu nutzen, so werde eine friedliche Koexistenz mit easyJet auf dem Flughafen Schönefeld angestrebt. Dies ging in Erfüllung und nun werden die von easyJet nicht bedienten Ziele angeflogen, sodass alle Passagiere an ihren Zielflughafen kommen. Seit 15. September 2006 fliegt Germanwings auch den Flugplatz Zweibrücken zweimal täglich an.
Am 19. Dezember 2005 wurde das neue Terminal D eröffnet, das vor allem für die Abfertigung der Low-Cost-Flüge genutzt wird. Mittlerweile nutzt Germanwings das Terminal. Durch die verstärkte Nutzung von Billigfliegern konnte der Flughafen seine Passagierzahlen 2005 um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit auf über 5 Millionen Passagiere steigern. Das ist die größte Steigerung im Vergleich zu den anderen beiden Flughäfen Berlins Tegel und Tempelhof.
Schönefeld hat vier Terminals: A, B, C und D. Die meisten Fluggesellschaften landen und starten am Terminal A, außer easyJet, welcher exklusiv Terminal B benutzt. Des Weiteren wird Terminal D von Condor, Germanwings und SunExpress genutzt. Die israelischen Fluggesellschaften nutzen aus Sicherheitsgründen Terminal C. Im Folgen finden Sie eine Auflistung aller Fluggesellschaften, die von den jeweiligeren Terminals aus starten.
Terminal A
- Aeroflot (Moskau-Scheremetjewo)
- Air Algérie (Algier [saisonal])
- Aer Lingus (Cork, Dublin)
- African Safari Airways (Mombasa)
- Astraeus (Reykjavik-Keflavik) [beginnt am 31. März 2008]
- Belavia (Minsk)
- Blue Air (Bukarest-Bãneasa) [startet am 31. März 2008]
- Blue Wings (Antalya)
- Croatia Airlines (Dubrovnik, Split)
- EgyptAir (Kairo)
- Eurocypria (Larnaca, Paphos)
- Iceland Express (Reykjavik-Keflavik)
- Icelandair (Reykjavik-Keflavik)
- Macedonian Airlines MAT (Skopje)
- Norwegian Air Shuttle (Bergen, Oslo, Stavanger)
- Pegasus Airlines (Antalya, Bodrum)
- Rossija (Sankt Petersburg)
- Ryanair (Dublin, Edinburgh [startet am 24. September 2008], Frankfort-Hahn [beginnt im Frühjahr 2008], London-Stansted, East Midlands, Shannon [beginnt am 30. Mai 2008], Stockholm-Skavsta)
- Sky Airlines (Antalya)
- Syrian Arab Airlines (Aleppo, Damaskus, Wien)
- Tunisair (Monastir, Tunis)
Terminal B
easyJet (Athen, Barcelona, Basel/Mulhouse, Belfast, Bristol, Brüssel, Budapest, Kopenhagen, Genf, Glasgow, Heraklion [beginnt im Juni], Ibiza [beginnt ebenfalls im Juni], Lissabon, Liverpool, London-Gatwick, London-Luton, Lyon, Madrid, Malaga, Mailand-Malpensa, Neaple, Nizza, Olbia, Palma de Mallorca, Paris-Orly, Pisa [saisonal], Riga, Rom-Ciampino, Tallinn, Thessaloniki, Venedig)
Terminal D
- Air Via (Bourgas, Varna) saisonal
- Bulgarian Air Charter (Bourgas, Varna) saisonal
- Condor (Antalya, Bourgas, Dalaman, Heraklion, München, Palma de Mallorca, Teneriffa-Süd)
- Germanwings (Bukarest-Baneasa [beginnt am 25. April 2008], Burgas, Köln/Bonn, Ibiza, Istanbul-Sabiha Gökçen, Izmir, Moskau-Wnukowo, München, Mykonos, Sankt Petersburg, Split, Stockholm-Arlanda, Stuttgart, Varna, Zagreb, Zweibrücken)
- SunExpress (Antalya, Bodrum, Izmir)
- El Al (Tel Aviv)
- Israir (Tel Aviv)
Lage des Flughafens in Brandenburg
In der ersten Hälfte der 1990er Jahre unternahm man ein aufwendiges Raumordnungsverfahren für den neuen Flughafen Berlin Brandenburg International. Hierfür erstellte man verschiedene Gutachten, um den besten Standort für den zu entstehenden internationalen Flughafen auszuwählen. Dabei kam der Flughafen Schönefeld allerdings auf den letzten Platz. Durch ein Aufgebot hochrangiger Politiker, wie dem Berliner Oberbürgermeister Eberhard Diepgen die sich für den Standort Berlin einsetzen, wurde die Entscheidung zu Gunsten des Flughafens Schönfeld verifiziert.
Nachdem das geklärt war, begannen im Jahr 1996 die Vorbereitungen zu dem breit gefächerten Ausbau des Flughafens zu einem Single-Airport, welcher zum wichtigsten Passagier- und Luftfracht-Flughafen in Berlin und Brandenburg werden soll. Wie schon Ende Oktober 2008 der Flughafen Tempelhof geschlossen wurde, soll auch der Flughafen Tegel voraussichtlich Im Jahre 2011 geschlossen werden.
Ursprünglich sollte der Schönefelder Flughafen ausschließlich mit privaten Mitteln ausgebaut werden. Nachdem jedoch eine erste Ausschreibung wegen Verfahrensfehlern rückgängig gemacht werden musste und bei einem zweiten Versuch die privaten Investoren nicht zur Übernahme der finanziellen Risiken bereit waren, bauen nun die Bundesländer Berlin und Brandenburg sowie die Bundesregierung den Flughafen mit eigenen Mitteln aus. Mit dem Ausbau wurde 2006 begonnen.
Mit der Fertigstellung des Umbaues sollen ab dem 1. November 2011 22 bis 25 Millionen Passagiere pro Jahr im Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) abgefertigt werden können. In einer zweiten späteren Ausbaustufe sollen auch 40 Millionen Passagiere möglich sein. Als geplantes Zentralterminal wird derzeit ein 220 Meter langes, 180 Meter breites und 32 Meter hohes sechsgeschossiges Gebäude errichtet. Dieses wird südlich des heutigen Flughafens und zwischen seinen zukünftigen Landebahnen liegen. Die neue nördliche Landebahn wird dabei aus der alten südlichen Landebahn des heutigen Flughafens entstehen, die um 600 auf 3600 Meter verlängert wird, während die zweite südliche Landebahn ein Neubau von 4000 Metern Länge sein wird. Des weiteren wird unter dem Hauptgebäude ein neuer Bahnhofskomplex für S- und Regionalbahnen entstehen.
Ausbaubefürworter und Gegner
Für den Umbau des entstehenden Flughafens Berlin-Brandenburg-International mussten ein Teil der Gemeinde Diepensee und Teile von Selchow umgesiedelt werden, um die Anwohner vor einem stark zunehmenden Fluglärm zu schützen. Aber nicht nur die Umsiedlung brachte einige Flughafengegner hervor auch andere Ansiedler, waren gegen den Ausbau des Flughafens, rechneten sie doch mit einem stark ansteigenden Lärmpegel.
Diese Widersacher werfen den Planern unter anderem vor, aus ihrer Sicht günstigere Alternativen wie den Flughafenbau in Jüterbog oder Sperenberg sowie einen Großflughafen in Stendal aus politischen Gründen nicht ausreichend in Erwägung gezogen zu haben, was aufgrund des politischen Druckes nicht von der Hand zu weisen ist.
Jedoch konnte man sich einigen und aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. Februar 2006 ist der Nachtflugbetrieb von 22 bis 6 Uhr unterbunden bzw. eingeschränkt worden, um die zahlreichen Anwohner, die in der dichtbesiedelten Flughafenumgebung leben. Auch wenn es verschiedene Bürgerinitiativen gibt, die sich gegen den weiteren Ausbau des Flughafens Berlin-Brandenburg-International stellten und stellen, schreitet dennoch der 2 Milliarden teure Ausbau zügig voran und wird voraussichtlich im Jahr 2011 abgeschlossen sein. Der erste Spatenstich zum Ausbau erfolgte am 5.September 2006.
Verkehrsanbindung
Die Entfernung vom Stadtzentrum beträgt 22 km. Der Flughafen befindet sich südlich von Berlin und ist über die Straßen A 113, B 96a und B 179 sowie mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln wie der Regionalbahn der Deutschen Bahn, aber auch mit den S-Bahnlinien S45 und S9 sowie mit verschiedenen Buslinien zu erreichen.
Basisdaten
Eröffnung: 1946
Betreiber: Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH (FBS)
Fläche: 630 ha
Terminals 4
Passagiere 6.331.191 (2007)
Luftfracht 4.138 t (2007)
Flug-Bewegungen 66.392 (2007)
Kapazität (PAX pro Jahr) 7 Mio. (seit 11/2005)